Das Projekt ICH umfasst eine Serie von zweiundsiebzig Porträts von SchülerInnen der Hilda-Heinemann-Schule in Bochum (Förderschule für geistige Entwicklung).
Die Kunsthistorikerin Dr. Elisabeth Kessler-Slotta schreibt dazu:

"… Berührend und bestechend zugleich wirkt die Ausdruckskraft der Porträts, deren serielle Anordnung das facettenreiche Spektrum emotionaler Befindlichkeiten anschaulich auffächert. Es reicht von Distanziertheit, Scheu, Introvertiertheit, Verträumtheit, klarem Fixieren, selbstbewusster Gegenüberstellung über verhaltenem bis hin zu freundlichem Lächeln und gestischer Artikulation. Der Professionalität des Photographenduos, dem einfühlsamen und überlegten Vorgehen, dem kalkulierten „ins Bild setzen“ und dem Abschätzen des „richtigen Augenblicks“, verdankt sich das eindrucksvolle Repertoire dieser Aufnahmen, denen die komplexe Strategie von der jeweils spezifischen Komposition bis hin zu raffinierter Ausleuchtung nicht anzusehen ist. Ganz natürlich wirken die Dargestellten, in ihren Bildnissen sind Aussehen und Persönlichkeit eindringlich erfasst…Souverän balancieren die Schwarzweiß-Aufnahmen die Ambivalenz von sachlicher Dokumentation und subtiler Ästhetik aus. Die Nähe der Dargestellten intensiviert das unmittelbare Vis-a-Vis, das wesentlich zur Steigerung der Präsenz führt. Bedingt durch den Ausschluss des räumlichen und zeitlichen Umfeldes erzielen die beiden Photographen eine auf den Moment und die Situation gerichtete Konzentration. Die Dargestellten erscheinen gegenwärtig, ermöglichen die offene Betrachtung, ohne dabei den Aspekt der Distanziertheit aufzulösen…Die Porträtserie ICH fokussiert intensiv und rücksichtsvoll die Individualität jedes einzelnen Schülers bzw. jeder einzelnen Schülerin und stärkt insgesamt das Zusammengehörigkeitsgefühl mit ihrem Lernort, der Hilda-Heinemann-Schule. In der vergleichenden Anschauung legt der Zyklus die unverwechselbaren Charakteristika der Einzelnen offen, verblüfft registriert der Betrachter allerdings auch, dass die persönliche Behinderung im photographischen Erscheinungsbild nicht relevant ist. Die Würde der Dargestellten und ihrer Porträts ist das künstlerische Verdienst der Photographen, das ihnen zu gleichberechtigter Wertschätzung verhilft."